Mittwoch, 6. Oktober 2010

Bike Passion auf Abwegen

7. WGP-Citylauf

Am vergangenen Freitagabend fand in der historischen Pirnaer Innenstadt der von der Städtischen Wohnungsgesellschaft in Kooperation mit dem Kreissportbund Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e.V. organisierte Citylauf statt. Die Strecke führte über einen Rundkurs durch die mit Fackeln beleuchteten Gassen und Straßen der pittoresken Altstadt. Bike Passion nutzte den Anlass, um (Anm. des Autors: endlich mal wieder) mit großer Kapelle bei einer Sportveranstaltung aufzuschlagen und gute Stimmung zu machen. Gemeinsam macht's halt doch mehr Spaß!

Running with Passion! Das es allen Spaß gemacht hat, ist wohl offenkundig!
Neben eingeflogenen Sportlern einer weißrussischen Kaderschmiede sowie zahlreicher namhafter Dauerläufer regional bedeutender Sportvereine standen auch unsere Anne, Daniel (Bocki), Nadine, Stefan (Nerd) und Tino freudvoll und tiefenentspannt auf dem Pirnaer Marktplatz im ansehnlichen Starterfeld des etwa 10 Kilometer langen Einzellaufes. In den ersten Reihen formierten sich vorrangig Läufer, die trotz der spätherbstlichen Temperaturen von 10° Celsius, stereotypisch lediglich mit spärlichen Läuferkostümen bekleidet waren und damit für alle erkennbar ihre sportlichen Ambitionen unterstrichen. Eifrig vor dem Start konsumierte Supplemente sollten darüber hinaus die Performance einiger Athleten noch um ein Quantum steigern.

Von alldem unbeeindruckt ließen es die Bike Passionisten auf den ersten Runden locker angehen, nicht zuletzt deshalb, weil der nachfolgende Staffellauf ein Mindestmaß an Restenergie von einigen Akteuren verlangen würde. Lediglich Tino schoß wie aufgezogen durch die engen Kopfsteinpflastergassen und verblüffte uns mit Platz 1 in seiner AK. Chapeau! Die anderen Vier nutzten den Lauf primär als Vorbereitung für die anstehenden (Halb-) Marathonveranstaltungen in Dresden und Frankfurt und blieben deshalb (etwas) unterhalb ihrer aneroben Schwelle.

Tino in den Gassen Pirnas
Etwa gegen 20.15 Uhr startete an gleicher Stelle ein Staffellauf über 10x1.200 Meter. Einzige Restriktion des Veranstalters im Hinblick auf die Zusammensetzung der Staffeln war, dass sie aus mindestens fünf unterschiedlichen natürlichen Personen (Anm. des Autors: Grüße an alle Juristen) gebildet werden musste. Als Läufer für unsere Mannschaft fungierten Carola, Carsten, Daniel, Daniel (Bocki), Jens, Martin, Stefan (Shadowfax; der Name war wie immer Programm), Tino und ich. Meine Nominierung für die Stafette nötigte mich in den letzten beiden Wochen doch zu der ein oder anderen intensiven Laufeinheit, um einen halbwegs passablen Eindruck hinterlassen zu können. Im Übereifer habe ich mich für den Posten des Startläufers beworben, da ich das Gerangel und die Schubsereien während der Startphase von Cross-Country Rennen gewohnt bin. Nach meiner ersten Runde flimmerten imposante Pulswerte auf meiner Uhr. Ich war noch nie so schnell gelaufen wie an diesem Abend. Trotzdem überrannten mich einige drahtige Sportschüler, deren Alter ich teilweise auf höchsten 14 Jahre schätzte. Kurz reflektierte ich mein Alter und meinen Trainingszustand, woraufhin ich mich entschied, die Jugend gewähren zu lassen. Nachdem ich Shadowfax von der Leine ließ und auf seine Runde schickte, musste ich schnell meine Startnummer tauschen, da ich noch eine weitere Runde laufen sollte. Spätestens danach geriet mein Laktathaushalt völlig aus seinem Gefüge, so dass mich ein beeindruckender Muskelkater die nächsten Tage quälte. Alle Bike Passionisten liefen exzellent, so dass ich kurzzeitig über die Änderung des Vereinsnamens sinierte. Am Ende sicherte uns Martin mit einem furiosen Finale - er war augenscheinlich auch noch nie so schnell über die 1.200 Meter gelaufen - einen großartigen neunten Platz in der Gesamtwertung.

Der Abend klang dann entspannt bei Nadine und Martin aus. Wiederholung ausdrücklich erwünscht.

Sebastian Golz

Montag, 20. September 2010

Kohle in Sicht

Platz 1 beim 4. Steinitzer-MTB-Cup

Am nördlichen Rand des Braunkohletagebaus Welzow fand am Sonnabend der 4. Steinitzer-MTB-Cup statt. Die Topografie der Rundstrecke war für einige Starter anspruchsvoller als erwartet, stellte aber niemanden vor unüberwindbare Hürden. Für das Hauptrennen wurde eine Fahrzeit von 50 Minuten plus einer weiteren Runde angesetzt. Unmittelbar nach dem Start konnten sich Silvio Hauschild (Team Radon/Eleven) und ich mich vom Feld absetzen und unseren Vorsprung sukzessive ausbauen. In der vorletzten Runde verknotete sich leider ein Ast mit meinem Schaltwerk, so dass mich der anschließende Zwangsstop knapp 20 Sekunden und den Anschluss an Silvios Hinterrad kostete. Da wir jedoch in verschiedene Altersklassen gewertet wurden, freute ich mich über den Tageserfolg und über das ausbezahlte Preisgeld.


Sebastian Golz

Sonntag, 12. September 2010

MDC-XC Finale

Tageserfolg beim letzten Lauf des Mitteldeutschland-Cups
Sieger der Gesamtwertung 2010 

Nach dem verpatzten Rennen letzte Woche in Freital, bei dem mich ein geplatzter Reifen um den Tageserfolg brachte, wollte ich das Rennen diesmal unbedingt gewinnen und mir damit den Gesamtsieg im Mitteldeutschland-Cup sichern.

Start des Rennens
Foto: Ben@Bike-Passion
Foto: Ben@Bike-Passion
Der Rundkurs in Altenberg hat einen vergleichsweise hohen technischen Anspruch und fordert neben konditioneller Stärke auch viel fahrerisches Können. Daher wird die Strecke von den Fahrern gleichermaßen geliebt wie gehasst. Nach der Hobby-WM am Freitag waren die Beine zwar noch ziemlich schwer, dennoch konnte ich mich unmittelbar nach dem Start der Klasse der Hobby-Senioren I von meinem ärgsten Verfolger in der Gesamtwertung Andreas Hennig (Focus Bad Salzdetfurth Racing) absetzen. Wichtig war es, auf den Abfahrten konzentriert zu bleiben, um keinen Sturz oder technischen Defekt zu provozieren. Unterstützt und angefeuert von vielen Freunden und Bekannten (vielen Dank an Euch alle) erreichte ich nach drei Runden als erster das Ziel und freute mich nach 2009 erneut über den Gewinn der Gesamtwertung.

Foto: Ben@Bike-Passion
Getrübt wurde die Stimmung durch das wiederholte, erbärmlich groteske Verhalten des Veranstalters des Mitteldeutschland-Cups. Nachdem bereits im letzten Jahr eine Ehrung der Sieger in der Gesamtwertung aus absurden Gründen ersatzlos gestrichen wurde, hat sich der Veranstalter heuer erneut aus der Verantwortung gezogen und erschien gar nicht erst zum finalen Rennen. Ich finde – ohne die genauen Hintergründe zu kennen – den Umgang mit den Sportlern, die mit hohem Aufwand die Serie bestritten haben, respektlos und inakzeptabel. Darüber hinaus waren die Verantwortlichen des Rennens in Altenberg schlecht koordiniert, wirkten  überfordert und unvorbereitet. Für einige meiner Bekannten, die zum ersten Mal als Zuschauer bei einem Rennen dabei waren, bot sich ein erbärmliches Bild und ich hatte Mühe, sie davon zu überzeugen, das andere MTB-Veranstaltungen deutlich besser organisiert sind.

Foto: Ben@Bike-Passion
Zielankunft unter lautstarkem Jubel
Foto: Ben@Bike-Passion
Ergebnisse

Sebastian Golz

Freitag, 10. September 2010

World Games in Saalbach-Hinterglemm

Platz 4 im Cross Country bei den Hobby-Weltmeisterschaften

Am vergangenen Wochenende fanden im österreichischen Saalbach-Hinterglemm die 12. World Games of Mountainbiking statt, die Weltmeisterschaft der Mountainbiker ohne Lizenz. In den Disziplinen Cross Country, Marathon, Downhill und Dual-Eliminator wurden die Hobby-Weltmeister ermittelt.

Der alpine Tourismusort Saalbach-Hinterglemm in den Kitzbüheler Alpen bietet nicht nur Skifahrern im Winter perfekte Möglichkeiten, sondern entwickelt sich in den Sommermonaten zunehmend zu einem Mountainbike-Hot-Spot, welcher mit allen nötigen Annehmlichkeiten und einem riesigen Wegenetz aufwartet.

Die WM-Teilnahme war für mich gleichzeitig die Wettkampfpremiere im Team Focus Bad Salzdetfurth Racing. Nachdem ich mein Racebike – das Focus Raven – erst am Tag vor dem Rennen eilig aufgebaut hatte, blieb mir nur wenig Zeit für ausgiebige Testfahrten. Ich war gespannt, wie ich mit dem Bike im Gelände zurechtkommen würde. Mein erster Eindruck war jedoch sehr positiv und bereits nach den ersten Runden auf der Rennstrecke war ich von den Qualitäten des Rahmens restlos überzeugt.

Das Cross Country Finale wurde bereits am frühen Freitagnachmittag ausgetragen. Leider fehlte ein detaillierter Zeitplan, wann welche Startklasse ins Rennen geht. Ich stand gründlich aufgewärmt und vorbereitet pünktlich um 13.00 Uhr im Startbereich als der Veranstalter beiläufig und ganz selbstverständlich mitteilte, dass zunächst die Damen und die Herren Masters starten, bevor – eineinhalb Stunden später – die Klasse Herren Expert (Jahrgang 1971 bis 1990) ins Rennen gehen wird. Die genauen Startzeiten sollten die Verantwortlichen zukünftig besser kommunizieren.

Als weiteres Ärgernis empfand ich auch die Startaufstellung. Zunächst wurden die platzierten Fahrer der letztjährigen WM einzeln aufgerufen, bevor der Startblock in der Reihenfolge der Anmeldung weiter aufgefüllt wurde! Da ich mich erst kurz vor der WM für einen Start entschieden habe, stand ich folglich am Ende des etwa 30-köpfigen Fahrerfeldes unter dem Startbogen. Nicht die beste Ausgangsbedingung für ein hitziges Cross Country Rennen.

Startschuss. Bereits in der ersten engen Rechtskehre fädelte ein Fahrer mit einer Pedale in die Streckenabsperrung ein, stürzte und brachte uns nachfolgende Fahrer schwer in Bedrängnis. Die Spitzengruppe konnte sich dadurch bereits 50 Meter weit absetzen. Jetzt musste ich mich mit großem Kraftaufwand schnell nach vorne arbeiten …

Der 2.2 Kilometer lange Rundkurs mit seinen 120 Höhenmetern war insgesamt achtmal zu umfahren. Das Profil war anspruchsvoll, um nicht zu sagen fies. Hinaus aus dem Ort führte ein steiler Asphaltweg der direkt in eine Bergweide überging. Dieser Wiesenanstieg war zwar etwas flacher, dafür war der Boden – infolge des Regens in der Nacht vor dem Rennen – tief und zog mir unbarmherzig die Kraft aus den Beinen. Ich denke jeder kennt das Gefühl an solchen Anstiegen, an denen der Rollwiderstand gegen unendlich zu streben scheint. Gekrönt wurde der Aufstieg von einer giftigen Schotterrampe, die abartig steil war, so dass vor meinen Augen Runde für Runde der Bildschirmschoner flimmerte.

Die Aufholjagt kostete viel Kraft. Nach zwei Umläufen lag ich dennoch aussichtsreich an vierter Position, die Spitze noch in Sichtweite. Meine Angriffslaune war aber infolge massiver Sauerstoffschuld und einem Übermaß an Laktat im Blut zunächst heftig gebremst. Runde drei und vier waren die Hölle. Lunge und Beine brannten erbarmungslos, über Pulswerte möchte ich gar nicht erst sprechen. In dieser Phase verlor ich meinen vierten Platz wieder und hatte große Mühe das angeschlagene Tempo mitzugehen.

Die Anforderungen an das fahrtechnische Können waren auf dieser Strecke eher gering, wenngleich eine ausgefahrene, tückische Waschbrettpassage viel Konzentration erforderte, um nicht unnötig Zeit zu verlieren oder gar zu stürzen. Nachdem ich endlich einen guten Rhythmus gefunden hatte, konnte ich in den letzten beiden Runden noch einmal deutlich Zeit auf die Fahrer vor mir aufholen. Vielleicht ging ja noch was. In Runde acht überholte ich wieder den Viertplatzierten und versuchte weiter auf den immer langsamer werdenden Dritten aufzuschließen. Doch der ließ auf den letzten Metern nichts mehr anbrennen, so dass ich nach mehr als einer Stunde Fahrzeit mit knapp drei Minuten Rückstand als undankbarer Vierter das Ziel in der Fußgängerzone von Hinterglemm erreichte. Zunächst riesige Enttäuschung. So knapp am Podium vorbei. Holzmedaille. Erst am folgenden Tag konnte ich mich über das eigentlich fantastische Ergebnis freuen.

Sebastian Golz

Montag, 6. September 2010

Zieleinlauf

Lediglich Platz 11 bei den Mitteldeutschen Meisterschaften in Freital

Der RC Dresden veranstaltete am gestrigen Sonntag in Freital-Zauckerode die Mitteldeutschen Meisterschaften. Die äußeren Bedingungen für ein erfolgreiches Rennen passten: das Wetter zeigte sich seit langem wieder von seiner freundlichen Seite, der Kurs war gut abgetrocknet und uneingeschränkt befahrbar und viele Bekannte sorgten für die notwendige Unterstützung am Streckenrand.

kurz nach dem Start (Foto: ProCyle Limbach)
Nach dem Start war zunächst ein kurzer Loop über ein Wiesenstück zu fahren, bevor es auf die eigentliche Strecke ging. Um mich diesmal aus allen taktischen Spielchen  herauszuhalten - die Erfahrungen des letzten Wochenendes waren noch präsent - drückte ich sofort aufs Tempo. Ich konnte mir schnell etwas Luft verschaffen und fuhr bis zum Ende der zweiten Runde etwa 1 Minute Vorsprung auf den Zweitplatzierten (Andreas Hennig / Focus Bad Salzdetfurth Racing) heraus.

Foto: ProCycle Limbach
Leider handelte ich mir dann Mitte der letzten Runde einen Reifenschaden ein. Die restlichen 3.5 Kilometer bis ins Ziel musste ich dann laufend bewältigen. Carsten Brödner (Biehler ProCycle) warf mir zwar noch einen neuen Schlauch und eine Pumpe zu - noch mal vielen Dank dafür - aber mit dem Ausgang des Rennens hatte ich trotzdem nichts mehr zu tun. Nachdem auch der Schlauch nicht hielt, erreichte ich unter dem Beifall der Zuschauer per pedes das Ziel und konnte mir mit Platz 11 noch ein paar wichtige Punkte für die Gesamtwertung des Mitteldeutschland-Cups sichern. Herzlichen Glückwunsch an Henne zum Gewinn des Titels. Nächste Woche findet dann in Altenberg das Finale der Serie statt.

Zuvor jedoch gehts am Freitag zur Hobby-CC-Weltmeisterschaft nach Saalbach-Hinterglemm. Mal sehen, ob es dort besser läuft ...

Sebastian Golz

Info's Freital
Ergebnisse

Montag, 30. August 2010

Flachetappe

3. Platz beim 12. Torgauer MTB-Marathon

Die Veranstalter des Rennens lockten am gestrigen Sonntag trotz (oder gerade wegen) ihrer knappen Streckenbeschreibung 'Flach, flacher, am ...' hunderte Biker in die Renaissancestadt Torgau. Nachdem ich den Vogtland-Bike-Marathon am Sonnabend auslassen mußte, reiste ich erstmals nach Nordsachsen, um bei der 12. Auflage dieses MTB-Rennens weitere Kilometer unter Wettkampfbedingungen zu sammeln.




Ich startete - wie gewohnt - auf der Kurzdistanz über 40 Kilometer. Der zweimal zu umfahrende Rundkurs führte auf überwiegend breiten Waldautobahnen entlang des Ufers des Großen Teiches und durch die Wälder des Torgauer Ratsforstes. Von Beginn an war das Tempo an der Spitze des Feldes zügig, so dass ich mich zusammen mit zwei weiteren Fahrern absetzen konnte. Nachdem wir uns eine halbe Runde lang gut bei der Führungsarbeit abwechselten, beschränkten sich meine beiden Gefährten in der Folgezeit darauf, von meinem Windschatten zu profitieren. Leider fehlte auf der Strecke ein Scharfrichter, an dem ich die beiden hätte abschütteln können. So kam beinahe zwangsläufig das was ich erwartet hatte. Kurz vor dem Ziel wurde attackiert. Dieser deutlichen Verschärfung des Tempos hatte ich zunächst nichts entgegenzusetzen und ich verlor den Anschluss an die beiden. Bis zum Ziel im Hartenfelsstadion beschränkte ich mich lediglich auf Schadensbegrenzung und versuchte den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. Am Ende des Tages stand ein 3. Platz in den Ergebnislisten.

Sebastian Golz

Nachtrag:  Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei mehr als 30 km/h. Allein dieser Wert ist ein guter Indikator für die Charakteristik der Strecke.

Sonntag, 22. August 2010

Nordhäuser Korn

1. Platz beim 5. Lauf des MDC-XC im thüringischen Nordhausen

(Bild 1)

Die thüringische Branntweinstadt veranstaltete am gestrigen Sonntag  bereits zum zweiten Mal nach 2009 gemeinsam mit dem Harz-Racing e.V. einen Wertungslauf des Mitteldeutschlandcups im Mountainbike Cross Country. Nachdem ich den letzten Lauf in Haselbach aufgrund der weiten Anreise bewußt ausließ, mußte ich hier ein zählbares Ergebnis erreichen, um meine Führung in der Gesamtwertung weiter festigen zu können. Die Strecke im Nordhäuser Gehege erinnerte mich sehr stark an einen Rollercoaster auf einem Volksfest, der bekanntlich auch von ständigen Richtungswechseln, steilen Rampen und schnellen Abfahrten geprägt ist und daher auf viele einen ganz besonderen Reiz ausübt. In Kombination mit dem trockenen und griffigen Waldboden ergab sich ein flüssig zu fahrender und - zumindest nach meinem Geschmack - traumhafter Rundkurs.

(Bild 2)

Nach dem Startschuss übte ich mich zunächst in Zurückhaltung. Ich wollte die anderen Fahrer das Tempo bestimmen lassen, so dass ich mir eine taugliche Tatik zur Renngestaltung hätte überlegen können. Die Hektik im Fahrerfeld führte aber auf der ersten Abfahrt zu teilweise spektakulären Stürzen, denen ich nur mit Mühe ausweichen konnte. Folglich versuchte ich mich zügig abzusetzen, um mich aus weiteren Scharmützeln herauszuhalten. Durch eine Verschärfung des Tempos an einer der Rampen konnte ich mir etwas Luft auf meine Verfolger verschaffen. Allen voran drückte 'Henne' von Bad Salzdetfurth Racing hinter mir einen dicken Gang über den Rundkurs, so dass meine Pulswerte konstant hoch blieben. Am Ende der fünf Runden reichte mein Vorsprung dennoch für den höchsten Podiumsplatz. An einem kleinen Glas mit Kornbrand aus Nordhausen kam ich am Abend natürlich nicht vorbei ...

Siegerehrung: neben mir Henne (2.) von Bad Salzdetfurth Racing und Dirk Wojczyk (3.) vom Rad Art Racing Team
Großen Dank an Anne für ihre wunderbare Hilfe und an 'Henne' für die gemeinsame Anreise.

Ergebnisse

Sebastian Golz

Sonntag, 8. August 2010

Seiffener Alu-Kappen und Weihnachtsdevotionalien

Platz 3 über die kurze 40 Kilometer Distanz
Top 100 Platzierungen für Martin und Stefan über die 100 Kilometer
und und und ...

Das Wichtigste vorweg: Nach mehr als einer Dekade unermüdlichen Kampfes und unbeugsamen Willens konnte nun auch Stefan erstmals seinen Namen in die Siegerliste der Hors Catégorie eintragen und eine der begehrten A-Head Kappen für die TOP 100 Finisher auf der 100 Kilometer Distanz erringen. Chapeau!

Im Mittelpunkt unsere drei Starter über die 100 Kilometer; nach mehr als 5 Stunden Quälerei erfolgreich im Ziel
Nach meinen letztjährigen, bitteren und schmachvollen Erfahrungen auf der langen Runde, entschied ich mich dieses Jahr, mein Glück auf der kurzen 40 Kilometer Distanz zu versuchen. Das selbst formulierte Ziel:  eine Platzierung unter den ersten Zehn in der Gesamtwertung. Nachdem erhebliche Niederschlagsmengen am Vortag in zahlreichen Regionen des Erzgebirges zu heftigen Überschwemmungen führten, blieb Seiffen davon verschont, so dass der nunmehr 18. Erzgebirgs-Bike-Marathon wie geplant stattfinden konnte. Einzelne Passagen der Rundstrecke waren zwar stark aufgeweicht und schlammig, wir hatten aber alle noch deutlich schlechtere Bedingungen erwartet.

Kurz nach neun Uhr erfolgte bei angenehmen Temperaturen und blauem Himmel der neutralisierte Start des Rennens. Die Einführungsrunde wurde heuer - aufgrund verwaltungsrechtlicher Hürden - erneut modifiziert, wobei ich finde, dass die Streckenführung hier noch nicht die optimale Lösung darstellt. Insbesondere die schnelle Schotterabfahrt ist, trotz der Streckenposten,  im Gedränge eines gerade gestarteten, übermütigen, 1000-köpfigen Fahrerfeldes ein Gefahrenpunkt.

Gemeinsam mit der Spitzengruppe erreichte ich nach zügiger Fahrt durch den Seiffener Grund den berühmt-berüchtigten Alp de Wettin, den schon für manchen zum Scharfrichter gewordenen Steilanstieg. Hier zerfledderte es meine Gruppe förmlich. Ich hatte größte Mühe, trotz großem Kettenblatt vorne und absurder Pulswerte, den Anschluss zu halten. Auf den folgenden flacheren Abschnitten konnte ich mich wieder etwas erholen und in einer kleinen drei köpfigen Gruppe mitfahren. Ich fühlte mich dann zunehmend besser, steigerte das Tempo und sammelte einige vor mir liegende Fahrer ein. An der Verpflegungsstelle im Seiffener Grund wurde mir von Anne und Franzi der Zwischenstand durchgegeben: Platz 8. Neu motiviert wurde der zweite, gut fahrbare Abschnitt der Runde angegangen. Nach hinten hatte ich bereits einen komfortablen Vorsprung, so dass ich mich nur noch auf die Fahrer vor mir zu fokussieren brauchte. Bis zur Ziellinie konnte ich mich noch um eine weitere Position verbessern und erreichte als Gesamt-Siebenter nach knapp 95 Minuten Fahrzeit des Ziel auf dem Seiffener Festplatz. In der AK-Wertung belegte ich somit den dritten Platz und freute mich riesig auch einmal in Seiffen an Siegerehrungen teilnehmen zu können. Wie gewohnt, wurden den Platzierten traditionelle Holzschnitzereien verliehen, welche jetzt meine heimische Adventsausstattung komplettieren.

AK-Siegerehrung (Short)
Martin erreichte mit Platz 72 gewohnt souverän die TOP 100 auf der langen Distanz. Ihm waren die Strapazen erneut kaum anzusehen. War die Strecke eventuell zu kurz? Gleiches gilt für unseren Randonneur Lutz, der im Ziel glaubhaft den Anschein erweckte, als läge gerade eine lockere Grundlageneinheit hinter ihm. Große Anspannung vor dem Zieleinlauf von Stefan. Niemand wußte, ob es ihm nach unzähligen Anläufen in diesem Jahr gelungen war,  unter den ersten hundert Fahrern zu bleiben. Zunächst große Ernüchterung und Enttäuschung im Ziel: Platz 102. Erneut um Haaresbreite am eigenen sportlichen Vorsatz vorbeigeschrammt. Aber nach etwa 30 Minuten und dem Aushang der offiziellen Ergebnislisten folgte dann die Erleichterung und riesige Freude: Platz 90!


das Objekt der Begierde
Über die 70 Kilometer Distanz verdienten sich erstmalig Ebser und Ben ihre Sporen. Beide waren mit ihren Leistungen sehr zufrieden und planen bereits für 2011 den Start auf der langen Runde, oder? Zu guter Letzt sei Kotschi hervorgehoben, der über die 40 Kilometer in persönlicher Bestzeit finishte und seine Fahrzeit des Vorjahres um knapp 30 Minuten unterbot.

Sebastian Golz

Ergebnisse

kurzer Nachtrag: das Rennen hätte für mich auch anders ausgehen können ...

merkwürdige Geräusche auf den asphaltierten Streckenabschnitten im Seiffener Grund; erst im Ziel wurde mir die Ursache klar

Montag, 19. Juli 2010

Meisterprüfung

Platz 1 bei den Deutschen Meisterschaften der Hobbyfahrer in Bad Salzdetfurth

Was für ein Wochenende! Vollgepumpt mit unzähligen Impressionen und begeistert vom eigenen Abschneiden verließen wir gestern - nach drei imposanten Tagen - die  DM in Bad Saldetfurth. Die pittoreske Kleinstadt an der Lamme - etwa 50 Kilometer südlich von Hannover gelegen - verwandelt sich einmal im Jahr zum Wallfahrtsort der MTB-Gemeinde. Nachdem hier in den vergangenen Jahren bereits die Finalläufe der MTB-Bundesliga ausgetragen wurden, erhielt die Kurstadt 2010 erstmalig den Zuschlag des BDR die Deutschen Meisterschaften im olympischen Cross Country auszurichten. Neben den offiziellen Titelkämpfen der Elite-Fahrer fanden hier auch die Deutschen Meisterschaften der nicht-lizenzierten Biker statt. Die Begeisterung in der Stadt und der Region für die zweitägige Veranstaltung war beeindruckend, genau wie das Engagement, mit der das Team von Bad Salzdetfurth Racing das Rennen seit Wochen vorbereitete.

neutralisierter Start des Rennens in der Bad Salzdetfurther Altstadt

Gemeinsam mit Thimo Kuhnert und Andreas Hennig vom Racing Team besichtigte ich am frühen Samstagmorgen die Strecke. Zugegeben es war keine Liebe auf der ersten Blick. Der Kurs war - von der erforderlichen fahrerischen und konditionellen Qualität - uneingeschränkt DM-würdig. Ich brauchte einige Trainingsrunden, um auf der anspruchsvollen Strecke einen Rhythmus zu finden. Thimo, der jeden Zentimeter der Strecke kannte, gab mir hier ein paar gute Tipps für die schnellsten Linien und so wuchs meine Begeisterung für den Kurs mit jeder gefahrenen Runde.
 
Rapiro Downhill

Nachdem es am Vormittag regnete, trocknete der Kurs rechtzeitig bis zu meinem Start in der Klasse Senioren I um 14.45 Uhr wieder halbwegs ab. Somit waren die Streckenbedingungen mit denen am morgen vergleichbar, nachdem der Kurs infolge des Regens zwischenzeitlich extrem rutschig war. Mit jeweils einer Minute Vorsprung wurden die Herren- und die Juniorenklasse auf den 3,4 Kilometer langen (135 Höhenmeter) Rundkurs geschickt. Nach dem neutralisierten Start in der historischen Altstadt von Bad Salzdetfurth und dem anschließenden Startloop (steile Kopfsteinpflaster- bzw. Asphaltrampe) konnte ich mich zusammen mit drei weiteren Fahrern leicht absetzen. Das angeschlagene Tempo war zwar hoch, dennoch fuhr ich noch nicht im absoluten Grenzbereich. Nach zwei von insgesamt vier zu fahrenden Runden waren wir nur noch zu dritt.


Auf den Abfahrten habe ich stetig ein paar Meter verloren, wenngleich ich an den Anstiegen immer wieder aufschließen konnte. Am Beginn der vorletzten Runde erhöhte ich das Tempo am Anstieg zum Sothenberg deutlich, um mir vielleicht etwas Luft auf meine beiden Verfolger Marc Seiffert und Mark  Steinweger verschaffen zu können. Die Taktik ging auf, da mir zunächst niemand folgen konnte. Mein Vorsprung betrug zwischenzeitlich etwa 30 Sekunden, schmolz in der letzten Runde aber wieder auf neun zusammen. Ich wollte keinen Sturz oder einen Defekt riskieren und fuhr auf den Abfahrten nur noch mit angezogener Handbremse. Bis ins Ziel passierte aber nichts mehr und ich freute mich riesig über den unerwarteten Erfolg.  
Sebastian Golz

Sonntag, 4. Juli 2010

6. Oberlausitz-MTB-Marathon

2. Platz über die 50 km Mitteldistanz / 3. Platz in der Teamwertung mit den Jungs von Bad Salzdetfurth Racing 

Nach meinem Premierenjahr 2007 startete ich am heutigen Sonntag zum zweiten Mal beim Oberlausitz-MTB-Marathon im Kurort Jonsdorf. Gemessen an den Starterzahlen gehört das Rennen im Zittauer Gebirge sicher eher zu den kleineren Marathonveranstaltungen, welches aber mit einer sehr guten Organisation, einer gelungenen Streckenführung und mit geringen Startgeldern überzeugen kann. Das Wetter war (erneut) hochsommerlich heiß, so dass die Helfer an den Verpflegungsstellen alle Hände voll zu tun hatten, um für ausreichend Getränkenachschub zu sorgen.

Bereits nach den ersten beiden von fünfzig zu fahrenden Kilometern hatte sich - zumindest aus meiner Sicht - das Fahrerfeld leistungsgerecht gestaffelt. Zweikämpfe und Positionswechsel waren dannach eher die Ausnahme. Somit konnte ich nach etwa 2:20 Stunden Fahrzeit den vierten Gesamtrang (2. Platz AK) sicher bis ins Ziel bringen.
Siegerehrung
Lange offen und daher mit Spannung erwartet war die Wertung der besten Teams, in der die gefahrenen Zeiten der drei schnellsten Fahrer berücksichtigt wurden. Hier hoffte ich zusammen mit Andreas Hennig, Holger Koßack und Hagen Schenker  von Bad Salzdetfurth Racing auf eine erneute Podiumsplatzierung. Am Ende reichte es für einen gefeierten 3. Platz.

Sebastian Golz